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Wirtschaftsministerin Rehlinger stellt Studie zur Unternehmensnachfolge vor

Studie zur Unternehmensnachfolge

Ministerin Anke Rehlinger stellt die vom Ministerium in Auftrag gegebene Analyse zur Unternehmensnachfolge im Saarland vor.



Unternehmerinnen und Unternehmer sollten sich frühzeitig mit der Unternehmensnachfolge beschäftigen. Foto: © MWAEV
Unternehmerinnen und Unternehmer sollten sich frühzeitig mit der Unternehmensnachfolge beschäftigen. Foto: © MWAEV

„Im Saarland stehen in den nächsten fünf Jahren ca. 1.260 Unternehmen pro Jahr zur Übergabe an“, gibt Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger bekannt. „Davon sind 109.100 Arbeitskräfte in 6.300 saarländischen Betrieben betroffen, deren Geschäftsführung über 60 Jahre alt ist.“
Eine im Auftrag des saarländischen Wirtschaftsministeriums durchgeführte Studie hat den genauen Bedarf an zukünftigen Geschäftsführern und Geschäftsführerinnen in den saarländischen Unternehmen ermittelt. Grobe Schätzungen gingen bisher von nur 500 bis 1.000 Unternehmen jährlich aus. Die Studie zeigt jedoch, dass bei 18,1 Prozent der 34.819 saarländischen Unternehmen voraussichtlich eine Übergabe ansteht, weil das Alter der Geschäftsführung bei über 60 Jahren liegt. Weitere 5.056 Unternehmen werden von Entscheidern im Alter von 55 bis 60 Jahren geführt.
„Das Alter ist zwar kein Indiz für die Qualität der Unternehmensführung. Der hohe Altersschnitt zeigt aber, dass die Regelung der Nachfolge in einem Unternehmen schon jetzt eine ebenso große Herausforderung darstellt wie eine Gründung. Es ist sicherlich sinnvoll, wenn Unternehmer und Unternehmerinnen sich frühzeitig mit der Planung der Nachfolge befassen“, erläutert Rehlinger. „Mit der Saarland Offensive für Gründer können wir den Unternehmen mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten gezielt zur Seite stehen.“
Seit Frühjahr 2014 hat sich die SOG stärker auf das Problem der Unternehmensnachfolge ausgerichtet. „Durch gezielte Qualifizierungsangebote bei Übergaben stärken wir den Mittelstand.“ Denn eine besondere Herausforderung ist die Regelung der Nachfolge für kleine und mittlere Unternehmen, die bis zu neun Personen beschäftigen. Laut der Studie werden derzeit 5.238 saarländische Unternehmen dieser Größe von Entscheidern geführt, die älter als 60 Jahre sind. Ebenso zeigt die Analyse, dass insbesondere der Dienstleistungssektor stark von einer Unternehmensnachfolge betroffen ist. Fast jedes zehnte Unternehmen, das in der Dienstleistungsbranche tätig ist, könnte aufgrund des Alters der Geschäftsführung zur Übergabe anstehen. Dagegen könnte sich bei 469 Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und 575 Unternehmen aus dem Bausektor eine Nachfolge anbahnen.
Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr hat zu Jahresbeginn 2014 gemeinsam mit den Partnern des Netzwerks der SOG, insbesondere der IHK Saarland, der Handwerkskammer des Saarlandes, der Saarländischen Investitionskreditbank und der Sparkasse Saarbrücken eine neue Kampagne mit dem Schwerpunkt Unternehmensnachfolge gestartet. Den Auftakt bildete die durchgeführte Studie „Unternehmensnachfolge im Saarland“. Es folgte ein Informationsabend am 21. Juli 2014 für potenzielle Nachfolger, aber auch für interessierte Firmeninhaber. Ab September wurden spezielle Themen-Workshops angeboten, die die potenziellen Nachfolger gezielt auf Unternehmensübergaben vorbereiten sollen. Den Abschluss der Kampagne bildete im Rahmen der Gründerwoche (17.-23.11.2014) eine weitere Veranstaltung, die Entscheider und Personen, die es werden wollen, zusammenbrachte.
Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr unterstützt darüber hinaus die Unternehmensbörse SaarLorLux. Bei der Börse handelt es sich um eine dezentral organisierte Plattform, die vielfältige Informationen zur Steuerung des Nachfolgeprozesses bietet. Sie liefert insbesondere Hilfestellung bei der Suche nach geeigneten Personen, die ein Unternehmen übernehmen und weiterführen können.

Hintergrund
Die Studie „Unternehmensfolge im Saarland“ wurde von der Creditreform Rating Agentur im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr erstellt. Grundlage sind alle Unternehmen im Saarland, die zum Stichtag 31.12.2013 aktive Wirtschaftsbeziehungen unterhielten und Finanzmittel nachfragten. Mindestgrößen wie beispielsweise der Jahresumsatz oder Annahmen im Hinblick auf die Unternehmensentwicklung wurden nicht berücksichtigt. Die Studie konzentriert sich auf die Struktur des saarländischen Unternehmenssektors: Die Verteilung der Unternehmen nach Landkreisen, Wirtschaftszweigen, Unternehmensgrößen, Rechtsform und Bonität wurden als Datengrundlage herangezogen. Als Geschäftsführer bezeichnet die Studie, unabhängig von der Rechtsform, den Entscheider in einem Unternehmen.